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News

23.08.2011 - 
Dringende Bitte: Slacklines im Gebirge MELDEN!

von Markus Leitner (Bergwacht Bayern) & Gerald Lehner (ÖBRD)

Salzburg, Traunstein, 23. August 2011 - Wer Slacklines im Gebirge zum Seiltanzen anbringt, sollte dieseder Alpin- und Flugpolizei bzw. der jeweiligen Flugrettung melden. Das ist eine dringende Empfehlung der Bayerischen Bergwacht und des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Es droht nämlich Lebensgefahr für Rettungsflieger!


Vergrößerungen: Anklicken. Der Slackliner Sebastian Eggler (der mit dem hier beschriebenen Zwischenfall auf der Reiteralpe nichts zu tun hat) bei der Ausübung seiner großartigen Künste im Kaisergebirge (oben) und im Yosemite Valley von Kalifornien (unten).


Für gedeihliches Miteinander braucht es aber ein paar Regeln: Rettungsflüge mit Hubschraubern in Bodennähe zählen zum gefährlichsten, was es in der Luftfahrt gibt. In Bergregionen stellen Stahlseile alter oder neuerer Materialseilbahnen, die nicht angemeldet werden, seit langem eine Todesgefahr für Rettungsflieger dar. Nun kommen da und dort auch gespannte Slacklines von hochalpinen Seiltänzern dazu. Die Sportler werden nun dringend ersucht, ihre Projekte den Behörden bzw. regionalen Rettungsfliegern zu melden, damit diese ihre Navigation danach ausrichten können.


Bilder: seelenruhig.eu

Rettungsflieger entdeckten Slackline zufällig
Es gab in den Alpen und auch in Übersee (USA/Kanada) schon mehrere haarsträubende Zwischenfälle mit Slacklines, was Rettungseinsätze betrifft. Aktueller Anlass ist ein Flugrettungseinsatz auf der Reiteralpe im Grenzgebiet von Oberbayern und dem Land Salzburg, bei dem eine Slackline der Besatzung eines bayerischen Notarzthubschraubers zur tödlichen Bedrohung hätte werden können. 

Einsatz könnte für alle tödlich enden
Was genau ist geschehen? Ein 29-jähriger Kletterer aus dem benachbarten Niederbayern ist Montag als Vorsteiger in eine Nordwand der Reiteralpe geklettert, als plötzlich eine Zwischensicherung aus der Wand brach. Der 29-Jährige stürzte daraufhin an seinem Kameraden vorbei rund 25 Meter in die Tiefe und prallte dort auf einem Felsband auf.


Der Mann erlitt einen offenen Sprunggelenksbruch. Sein Bergkamerad alarmierte sofort die Bergrettung bzw. Bergwacht, wie die Einsatzkräfte in Bayern genannt werden. Die Besatzung des Rettungshubschraubers aus Traunstein entdeckte dann nicht nur den schwer verletzten Kletterer, sondern wurde zufällig auch auf eine Slackline aufmerksam, die zwischen zwei Felstürmen gespannt war. 


Schwerverletzten ins Tal geflogen
Die Slackline hätte zu einem lebensgefährlichen Hindernis für die Retter werden können. Die Besatzung beschloss, wegen der Slackline nicht direkt von oben an die Unfallstelle heranzufliegen, sondern zwei Bergretter am 50 Meter langen Tau zur Unfallstelle zu bringen. Die Bergretter konnten den Schwerverletzten daraufhin sichern und am Tau ins Tal fliegen.


Der Hubschrauber kehrte noch einmal zurück und konnte schließlich auch den zweiten Kletterer sichern und ins Tal fliegen. Insgesamt bemühten sich 13 Männer und Frauen der Bergrettung rund dreieinhalb Stunden lang, die beiden Kletterer aus der Wand zu retten.


Slacklines im Gebirge melden!
Marcus Goebel
von der Bergwacht Bayern im Berchtesgadener Land erklärte nach dem Einsatz: "Jede nicht registrierte Slackline in den Bergen stellt für die Hubschrauberbesatzung eine tödliche Gefahr dar. Wir hatten riesiges Glück, dass wir das Seil in der Abendsonne zufällig erkannt haben."


Im schlimmsten Fall könnte der Hubschrauber direkt ins Seil fliegen und abstürzen, so der Bergwacht-Pressesprecher. Die Bergrettung bittet daher alle Sportler, in den Bergen gespannte Seile bei der Bergrettung zu melden.


Was ist eine Slackline?
Slacklinen ist eine nicht mehr ganz so neue Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen. Ein Gurtband wird zwischen zwei Fixpunkten (Bäumen, Felsen, etc.) gespannt und ein Sportler balanciert darüber. Extrem-Slackliner balancieren auch oft in großer Höhe (Highline) oder über Wasser (Waterline).

Slacklines in Wikipedia

Bericht über Slackliner im Blog:
seelenruhig.eu