"Vor allem wird es immer schwieriger, gute Funktionäre für die Bergrettung zu finden", sagte Franz Lindenberg, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes, bei einem Pressegespräch in Wien. Damit die Bergrettung ihrem gesetzlichen Auftrag auch in Zukunft entsprechend nachkommen könne, müsse die Regierung ein passendes Modell mit Anreizen finden. "Immerhin haben unsere Einsatzleiter Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen", so Lindenberg.
Neben einer finanziellen und sozialrechtlichen Absicherung für die freiwilligen Bergretter, die von ihrem Arbeitsplatz weg zum Einsatz aufbrechen und dafür keine Entschädigung bekommen, kann sich Lindenberg ein Anreizsystem durch steuerliche Begünstigungen und Anrechenbarkeiten im Pensionssystem vorstellen.
ASVG: Mehr Fairness bei Alpinunfällen
Auch sollte die im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) vorgesehene Ausnahme der Übernahme von Transportkosten für Alpinunfälle fallen und durch eine Lösung für alpine Unfallopfer mit mehr Fairness ersetzt werden, fordern ÖBRD-Präsident Lindenberg und die Landesleiter des Bergrettungsdienstes. Auch hier wäre der Nationalrat als Gesetzgeber gefordert.
"Jahr der Freiwilligen": Was wird übrig bleiben?
Vertreter der Bergrettung zeigten sich Donnerstagabend in Wien jedenfalls schon sehr gespannt, was bei dem von der Regierung ausgerufenen "Jahr der Freiwilligenarbeit" bzw. dem "Freiwilligengesetz" herauskommen wird.
Budgetär seien die Landesorganisationen unterschiedlich ausgestattet, sagte Lindenberg. Während etwa Tirol gut aufgestellt sei, habe es in Kärnten eklatante Einbrüche gegeben. Der Bundesverband erhalte Subventionen vom Innen-, Wirtschafts- und Gesundheitsministerium und von Partnern wie etwa der Generali-Versicherung.
Zahlungsmoral der Geretteten
Die Zahlungsmoral der von der Bergrettung Geretteten sei zuletzt besser geworden. Dies hänge möglicherweise damit zusammen, dass immer mehr Alpintouristen versichert seien. Im Schnitt werden jährlich aber noch immer zwischen 15 und 20 Prozent der angefallenen Berge- und Einsatzkosten nicht zurückerstattet, zum Großteil von ausländischen Touristen.
2010 ist die Zahl der Einsätze der Bergrettung auf 6.722 (2009: 5.929) gestiegen, die Zahl der geborgenen Personen erhöhte sich auf 7.008 (6.193). 2002 gab es mit 8.156 die meisten Einsätze in den vergangenen zehn Jahren. Damals wurden 7.495 Personen geborgen. 2007 waren es dagegen nur 5.995 Einsätze und 5.872 geborgene Personen.
ÖBRD-Jahresbericht 2010: Einsätze - Daten & Fakten
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Österreichs Bergrettungspräsident Franz Lindenberg schlägt vor, dass Ehrenamtliche und Freiwillige vom Staat steuerliche Vorteile und einen Bonus für ihre Pensionen bekommen sollten. Es wird für Ehrenamtliche insgesamt nicht leichter: Gewinnorientierte Privatfirmen versuchen in Teilen Europas - auch in Tirol, den ehrenamtlichen Rettungs- und Katastrophenschutz-Organisationen die Aufgabenfelder streitig zu machen. Mehr ...
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27.05.2011 -
Forderung nach sozialer Absicherung für Bergretter












