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News

14.08.2012 - 
Der ÖBRD trauert um Dr. Walter Primosch

von Markus Zott/ÖBRD

Klagenfurt, 14. August 2012 - Der Österreichische Bergrettungsdienst trauert um seinen Bergrettungsarzt Dr. Walter Primosch. Er ist am 3. August 2012 bei einer Klettertour auf die Hohe Weißenbachspitze in den Julischen Alpen mit einer Bergkameradin tödlich verunglückt.


Dr. Walter Primosch (Bild: Martin Hofmann/ÖBRD)

Der Österreichische Bergrettungsdienst, seine Landesleitung Kärnten und die Ortsstelle Klagenfurt verlieren mit Dr. Walter Primosch einen äußerst engagierten, sehr leistungsfähigen Bergrettungsarzt und Bergretter der jüngeren Generation. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie, den Angehörigen, Freunden und den Klagenfurter ÖBRD-Kameraden des Toten. Hier aus deren Trauerrede:

"Walter Primosch war seit November 2009 Bergrettungsmitglied in der Ortsstelle Klagenfurt und hätte in diesem Sommer seine Ausbildung zum Bergretter mit dem Eiskurs abschließen können. In dieser relativ kurzen Zeit hat sich Walter sehr gut in unserer Gemeinschaft eingelebt. Er war Mitglied unseres Ärzteteams und als Bergrettungsarzt für unsere medizinischen Fortbildungen zuständig. Darin hat er unser Wissen für alpinmedizinische Notfälle und in der Ersten Hilfe in seiner ausgesprochen kompetenten und freundlichen Art erweitert. Walter war darüber hinaus auch bei den Landesausbildungskursen eingebunden und dadurch vielen in Ausbildung stehenden Kärntner Bergrettern bekannt. Er war respektiert, von allen anerkannt, etabliert. Er hat durch sein optimistisches und fröhliches Wesen und seinem herzhaften Lachen immer positive Stimmung verbreitet. Walter war ein durchtrainierter und leistungsfähiger Sportler und Alpinist, ein versierter Bergsteiger und besonnener und auf Sicherheit bedachter Kletterer, dem das Risiko und die Verletzungsmöglichkeiten bewusst waren, als Mediziner und Notfallchirurg war er oft genug damit konfrontiert.

Bemerkenswert ist im Zusammenhang mit der Vermisstensuche nach Walter und seiner Kletterpartnerin, dass das länderübergreifende Zusammenspiel der Einsatzorganisationen, zwischen Polizeidienststelle Klagenfurt-Annabichl, Trilateraler Polizeikoordinationsstelle in Thörl-Maglern, Bergrettung Italien (Ortsstelle Tarvis), Bergrettung Slowenien, Bergrettung Osttirol und Kärnten, den Ortsstellen Villach (Roland Rauter) und Klagenfurt (Kurt Müller) so unkompliziert funktioniert hat und die Suche mit Handypeilung und Hubschrauber nach relativ kurzer Zeit über das Schicksal von Walter Gewissheit gebracht hat.

Viele Fragen stellen sich, wie es zu der Katastrophe auf der Hohen Weißenbachspitze in den Julischen Alpen gekommen ist, welches fatale Ereignis zum Absturz der Zweierseilschaft mit Walter als Vorsteiger führte: War es ein Steinschlag? War es ein Blitzschlag aus heiterem Himmel? Ist ein Stein, der als Griff oder Tritt diente, ausgebrochen? Oder ist Walter von der klassischen und vermeintlichen Route über die Nordostkante abgekommen und in zu schwierigem Gelände abgestürzt? Keine dieser Fragen kann von uns beantwortet werden. Tatsache ist, dass Walter im Vorstieg gestürzt ist und der Sturz in den Stand von diesem nicht gehalten wurde, was zum Totalabsturz der gesamten Seilschaft aus einer Höhe von ca. 150 m führte.

Die Ortsstelle Klagenfurt verliert mit Dr. Walter Primosch nicht nur einen ausgezeichneten Bergrettungsarzt und Kameraden, sondern auch einen lieben Freund, sein Verlust schmerzt uns sehr."


Virtueller Gedenkstein für verstorbene Bergrettungsleute