Leitlinien: Ausbildung und Bergrettungstechnologie
Von Ing. Hubert Sturm, Bundesfachreferent für Ausbildung und Bergrettungstechnologie
Das Betätigungsfeld meines Referates ist groß und umfasst - wie die anderen Fachreferate - einen sehr verantwortungsvollen Bereich. Wenn im Bergrettungsdienst technische Ausrüstung nicht passt, nicht funktionieren würde oder den oft sehr harten Anforderungen nicht standhalten würde, dann hätten unsere Einsatzkräfte ein ernstes Problem - von Anfang an. Und das kann unter extremen Bedingungen in die Katastrophe führen. Das verhindern wir von Anfang an nach bestem Wissen und Gewissen.
Gefahren von vornherein minimieren
Gleiches gilt für grundlegende Standards unseres Ausbildungswesens. In beiden Bereichen ist nur das Beste gut genug, denn unter extremen Bedingungen Menschenleben zu retten, erfordert bestmögliche Vorbereitung bei Material und Knowhow. Nur so lassen sich Gefahren für Unfallopfer UND auch für die eigenen (ehrenamtlichen) Einsatzkräfte minimieren. In der Folge fasse ich meine Aufgaben als Bundesfachreferent ein wenig zusammen. Sie gehen über diese Auflistung hinaus.
Was ist aktueller Stand der Technik?
Der Fachreferent organisiert Vorträge und Vorführungen/Demonstrationen von Neuentwicklungen, lädt dazu namhafte Referenten ein. Thematisch drehen sich solche Fortbildungen und Informationsveranstaltung zum Beispiel um
- Seile
- Lawinenverschüttetensuchgeräte
- Tragen u. a. Rettungsgeräte
- Bekleidung
- GPS (Satelliten-Navigationsgeräte) …
Bundesweite Vereinheitlichung der Ausbildung
Der Fachreferent koordiniert die Ausbildung der Bergrettungskräfte in den sieben Bundesländern Österreichs und trägt dazu bei, dass sie weiter zunehmend vereinheitlicht wird. Auf diesem Bereich ist bereits bundesweit ein sehr hoher Organisationsgrad erreicht.
Publikation von Richtlinien
Der Fachreferent gibt die bundeseinheitlichen Ausbildungsrichtlinien offiziell heraus und hält sie für Anfragen bereit.
Einkauf und Reklamationen
Bundesweiter Einkauf von Seilen und Rettungsgeräten (Ausschreibung, Bestellung, Reklamationsabwicklung, Organisation, Kontakte zu Lieferanten …)
Weiterbildung, Erkundung der Märkte, Einkauf
Regelmäßiger Besuch facheinschlägiger Messen (Outdoor Friedrichshafen, ISPO München). Regelmäßiger Kontakt zu diversen Herstellern von Rettungsgeräten.
Lernen aus Unfällen und "Beinahe-Unfällen"!
Der Fachreferent sammelt und analysiert Unfallberichte und Berichte über „Beinahe-Unfälle“ aus dem In- und Ausland unter besonderer Berücksichtigung technischer und technologischer sowie materialprüferischer Details. Ziel: Ähnliche Unfälle sollen in der Folge durch Materialjustierungen oder Veränderungen unter allen Umständen verhindert werden. Es gibt zu diesen Themen eine breite Diskussion unter den sieben Fachreferenten der Landesleitungen und dem Bundesfachreferenten. Durch diese Tätigkeiten profitieren auch andere Rettungsorganisationen von Knowhow und Erfahrung sowie Unfall-Analysen des Bergrettungsdienstes.
Überregionale Kommunikation
Der Bundesfachreferent organisiert regelmäßige Treffen der Fachreferenten auf Länder-Ebenen. Ziel: reger Erfahrungsaustausch.
IKAR-Richtlinien
Einarbeitung von Richtlinien der Internationalen Kommission für Alpines Rettungswesen (IKAR) in unsere eigene Ausbildungstätigkeit
Auslandskontakte
Regelmäßiger Kontakt zu ausländischen Rettunsorganisationen zu Erfahrungsaustausch und Weiterbildung
Technischer Kampf gegen den Lawinentod
Enge Zusammenarbeit mit dem Bundesfachreferenten für Lawinen im ÖBRD-Bundesverband. Dabei geht es oft um die technische Ausrüstung im Kampf gegen den Lawinentod und deren Weiterentwicklungen.
Berichte ans fachliche Kollegium
Jährliche Berichterstattung im Rahmen der Tagung des Bundesverbandes an das Präsidium, die Landesleiter und die anderen Bundesfachreferenten.
Zusammenhalt der sieben ÖBRD-Landesleitungen
Der Fachreferent beruft die sieben Ausbildungsleiter der ÖBRD-Landesleitungen zu einer bis vier Koordinationssitzungen pro Jahr ein. Er publiziert Ergebnisse intern und gegebenenfalls darüber hinaus in Fachkreisen.
Kooperationen und Weitergabe von Wissen
Organisation von Ausbildungskursen beim ÖBRD für ausländische Rettungsorganisationen
Materialprüfung
Technische Prüfung von Material und Bauteilen bei Rettungsgeräten und Zubehör – für den internen Gebrauch und für Ausbildungszwecke. Zum Beispiel Zugversuche bei Karabinern oder Seilen bis hin zur kompletten Zerstörung der Bauteile und Ermittlung der realen Bruchlasten. Vergleiche mit Hersteller-Angaben.
Downloads: Bundesweite Ausbildungsrichtlinien









