ÖBRD-Jahresbericht 2010 - Einsätze - Daten & Fakten
Wien, Klagenfurt, 16. Mai 2011 - Mehr als 7.000 Personen wurden im Jahr 2010 vom Österreichischen Bergrettungsdienst geborgen. 5.857 davon waren Verletzte, 170 Tote mussten geborgen werden – das ist die größte Zahl der letzten fünf Jahre.
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Von Franz Lindenberg, Gebhard Barbisch & Gerald Lehner
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6.722 Einsätze gab es 2010 bundesweit, die größte Anzahl der letzten sieben Jahre. 68.073 ehrenamtliche Einsatzstunden von Bergrettungsleuten wurden dabei geleistet.
Mehr als 68.000 Einsatzstunden sind fast acht „Einsatzjahre“ im Jahr 2010 – umgerechnet heißt das: Acht Bergretter wären ein ganzes Jahr lang tagtäglich rund um die Uhr im Einsatz.
ÖBRD-Wertschöpfung für den Staat
Bei einem theoretisch angenommenen Stundensatz von 55 Euro - eine geringe Annahme für Fachpersonal - wäre das allein bei Einsätzen ein finanzieller Gegenwert von mehr als 3,74 Millionen Euro, den Österreichs ehrenamtliche Bergrettung im Sinne des Gemeinwohls dem Tourismusland und der Republik Österreich im Jahr 2010 gebracht hat. Zeiten, Zahlen und Wertschöpfung für Ausbildung und Training der Einsatzkräfte sind in dieser Berechnung noch gar nicht enthalten. Sie würden ein Vielfaches dieser 3,74 Millionen Euro ausmachen.
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AKTUELLE TRENDS im Einsatzgeschehen 2010
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- So viele Einsätze gab es schon lange nicht.
- Immer mehr Einsätze betreffen Ski-Tourengeher und Variantenfahrer.
- Einsätze für erschöpfte Bergwanderer bzw. Herz- und Kreislaufkranke steigen.
- Starker Anstieg auch bei Suchaktionen.
- Viel mehr geborgene Personen als in den letzten Jahren.
- Mehr Tote sind zu beklagen. Die größte Zahl der letzten fünf Jahre.
- Die Zahl der Verletzten nimmt stark zu.
- Immer mehr Inländer sind unter den Geborgenen.
- Es gibt weiterhin kaum Tote im Fels.
- Immer mehr Tote bei Skitouren und Variantenfahrten.
- Immer mehr Tote bei Bergwanderungen (Herz und Kreislauf).
- Die Zahl der Lawinentoten nimmt wieder zu.
- Nur wenige Vermisste wurden nicht gefunden.
- Noch nie waren so viele Bergretter/innen einsatzbereit.
- 2010 brachte fast neuen Rekord bei Einsatzstunden.
Grafiken - Verteilungskurven
Gedruckter Jahresbericht 2010 (PDF-Download)
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ÖBRD-EINSATZDATEN 2010 IM DETAIL
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6.722 Einsätze des ÖBRD bundesweit im Jahr 2010
Das ist die größte Zahl der letzten sechs Jahre. Einsätze haben gegenüber den Vorjahren enorm zugenommen und liegen deutlich über dem13-jährigem Durchschnitt (6.572).
3.636 Einsätze auf Pisten
Der Trend der letzten Jahre wurde bestätigt. Das ist weit unter 13-jährigem Durchschnitt (4.280).
2.629 Einsätze für Wanderer bzw. im „leichten“ Gelände
Größte Zahl der letzten 13 Jahre, enorme Steigerung gegenüber den letzten Jahren, weit über 13-jährigem Durchschnitt (1.861).
390 Suchaktionen
Der Trend einer Steigerung der letzten Jahre hat sich bestätigt und liegt weit über dem 13-jährigen Durchschnitt (308).
261 Einsätze für Skitourengeher und Variantenfahrer
Das ist die zweitgrößte Zahl der letzten 13 Jahre und eine leichte Steigerung in den letzten fünf Jahren. Deutlich über dem 13-jährigen Durchschnitt (212).
166 Einsätze im Fels für Kletterer bzw. Klettersteiggeher
Felseinsätze befinden sich in der normalen Schwankungsbreite der letzten Jahre. Ziemlich genau im 13-jährigen Durchschnitt (167).
77 Lawineneinsätze
Lawineneinsätze wurden weniger: kleinste Zahl der letzten fünf Jahre, unter 13-jährigem Schnitt (82).
30 Einsätze bei Eis- und Gletschertouren
Sie sind in der normalen Schwankungsbreite der letzten Jahre; fast genau im 13-jährigen Durchschnitt (29).
131 Blindeinsätze
Der Trend zur Steigerung der letzten Jahre hat sich bestätigt er positioniert sich weit über dem 13-jährigen Durchschnitt (82).
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GEBORGENE PERSONEN – TOT, VERLETZT, UNVERLETZT
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Insgesamt 7.008 Geborgene im Jahr 2010
Es handelt sich um die größte Anzahl von Geborgenen der letzten sechs Jahre, sie liegt sehr deutlich über dem 13-jährigen Durchschnitt (6.764).
170 Tote
Leider ist das die größte Zahl in den letzten fünf Jahren. Der 13-jährige Durchschnitt errechnet sich hier mit 176 Toten.
5.857 Verletzte
In den letzten sechs Jahren gab es nie mehr als die 5.857 Verletzten. Die Zahl liegt sehr deutlich über dem 13-jährigen Durchschnitt (5.576).
981 Unverletzte
Das ist die kleinste Zahl der letzten sechs Jahre, sie hat in den letzten Jahren stark abgenommen und liegt unter dem 13-jährigen Durchschnitt (1012).
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AUFSCHLÜSSELUNG DER TOTEN
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124 Tote beim Wandern bzw. in „leichtem“ Gelände
Die tödlich verlaufenden Unglücke im „leichten“ Gelände häufen sich. Wir beklagen die größte Zahl der letzten acht Jahre. Deutlich über 13-jährigem Durchschnitt (113).
27 Lawinentote
27 Lawinentote sind mit Abstand die größte Zahl der letzten fünf Jahre. Der 13-jährige Durchschnitt errechnet sich hier mit 24 Toten.
26 Tote auf Skitouren bzw. bei Variantenfahrten
Größte Zahl der letzten fünf Jahre, ein langjähriger Trend der Zunahme hat sich bestätigt. Deutlich über 13-jährigem Durchschnitt (20).
16 Tote im Fels bei Klettern bzw. Klettersteiggehern
Es ist die kleinste Zahl der letzten neun Jahre, sehr starker Rückgang auch gegenüber letzten Jahren, weit unter 13-jährigem Durchschnitt (26).
3 Tote auf Skipisten
Kleinste Zahl der letzten 13 Jahre, sehr deutlich unter 13-jährigem Durchschnitt (10).
4 Vermisste
Kleinste Zahl der letzten 13 Jahre, sehr deutlich unter 13-jährigem Durchschnitt (18).
1 Toter bei Eis- oder Gletschertouren
Kleinste Zahl der letzten 13 Jahre, sehr deutlich unter 13-jährigem Durchschnitt (4).
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GEBORGENE NACH STAATSBÜRGERSCHAFTEN
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3.570 geborgene Inländer
Größte Zahl der letzten sieben Jahre, zweitgrößte Zahl der letzten 13 Jahre, sehr weit über dem 13-jährigen Durchschnitt (3.038).
3.438 geborgene Ausländer
Vergleichsweise große Zahl in den letzten sechs Jahren, deutlich unter 13-jährigem Durchschnitt (3.724).
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STATISTIK DER ÖBRD-EINSATZKRÄFTE – 2010
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11.977 ÖBRD-Mitglieder bundesweit
Das ist mit Abstand die größte Zahl der letzten neun Jahre, deutlich über neunjährigem Durchschnitt (11.720).
234 ausgebildete Suchhunde
Mit Abstand größte Zahl der letzten neun Jahre, sehr deutlich über neunjährigem Durchschnitt (213).
25.988 Bergretter und Bergretterinnen im Einsatz
Mehr als 25.000 Bergrettungsleute im Einsatz bedeutet die mit Abstand größte Zahl der letzten zwölf Jahre. Weit über dem zwölfjährigen Durchschnitt (21.422).
68.073 Einsatzstunden
Beinahe 70.000 Einsatzstunden liefern die zweitgrößte Zahl der letzten zwölf Jahre, sehr deutlich über zwölfjährigem Durchschnitt (58.485).
Grafiken - Verteilungskurven
Gedruckter Jahresbericht 2010 (PDF-Download)
WICHTIGE HINWEISE:
Diese Daten beziehen sich auf rein bodengebundene Bergrettungseinsätze bei teils sehr schwierigen Bedingungen (Sturm, Gewitter, Nebel, Schneetreiben, Dämmerung, Dunkelheit ...). Als einzelne Einsätze gelten auch aufwändige Suchaktionen, die mehrere Tage dauern können.
Die oben berichteten ÖBRD-Einsatzdaten für 2010 beinhalten NICHT die Arbeit von Hubschrauberbesatzungen, bei denen auch Bergrettungsleute als Flugretter, Notfallsanitäter, Navigatoren und Ärzte im Einsatz sind.
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STATISTISCHES AUS SIEBEN ÖBRD-LANDESLEITUNGEN
nach Anzahl der Ortsstellen (Stand 2010):
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Landesleitung Tirol
93 Ortsstellen, 4.290 Bergrettungsleute, 66 Suchhunde
Landesleitung Steiermark
53 Ortsstellen, 1.468 Bergrettungsleute, 22 Suchhunde
Landesleitung Salzburg
44 Ortsstellen, 1.931 Bergrettungsleute, 56 Suchhunde
Landesleitung Vorarlberg
31 Ortstellen, 1.261 Bergrettungsleute, 25 Suchhunde
Landesleitung Niederösterreich, Wien
30 Ortsstellen, 1.301 Bergrettungsleute, 17 Suchhunde
Landesleitung Oberösterreich
23 Ortsstellen, 779 Bergrettungsleute, 20 Suchhunde
Landesleitung Kärnten
19 Ortsstellen, 947 Bergrettungsleute, 28 Suchhunde
Hinweis: Die in diesem Jahresbericht dokumentierten Fakten beruhen auf der Einsatzstatistik des ÖBRD und sind kein Gesamtüberblick über das Unfallgeschehen in Österreichs Bergen mit Verletzten und Toten. Dieses wird größtenteils von der Alpinpolizei erhoben. Der Erhebungszeitraum der Alpinpolizei ist zeitversetzt zum dem des ÖBRD. Einsätze von privaten Pistenrettungsteams bei Seilbahnunternehmen sowie alle Einsätze von privaten Flugrettungsfirmen – bei denen unsere Bergrettungsleute als Flugretter im Einsatz sind - werden von der ÖBRD-Statistik nicht erfasst.
FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH:
Franz Lindenberg, Gebhard Barbisch, Gerald Lehner
Österreichischer Bergrettungsdienst Bundesverband
Rosenegger Straße 20, 9020 Klagenfurt, Austria – European Union
Telefon: +43 (0) 463/502888
Mobil: +43 (0) 676/831 418 88
Bilder: Erich Bretterbauer, Josef Schiefer, Hans Neumayer, Gerald Lehner
Gedruckter Jahresbericht 2010 (PDF-Download)
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Liste in deutscher Sprache: ÖBRD-Sicherheitstipps (PDF-Download)
English: Safety Tips of Mountain Rescue (PDF-Download)


















