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Herzdruckmassage & Beatmung

Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Stromunfall, massiver Blutverlust, Unterkühlung oder ein allergischer Schock können zu einem Atem-Kreislaufstillstand führen. "Dieser besteht, wenn ein Mensch auf äußere Reize nicht mehr situationsgerecht reagiert und keine normale Atmung vorhanden ist. Bei Atem-Kreislaufstillstand ist das Herz nicht mehr in der Lage, die lebenswichtigen Organe mit Blut und damit mit Sauerstoff zu versorgen", sagt die Notärztin  Susanne Schunder-Tatzber vom Österreichischen Roten Kreuz.

Minuten bis Sekunden entscheiden
Atem-Kreislaufstillstand führt zum Tod oder schweren Schädigungen des Gehirns, wenn nicht innerhalb weniger Minuten Herzdruckmassage und Beatmung durchgeführt werden. "Wenn der Helfer am reglosen Patienten keine Atmung (Brustkorb- und Bauchbewegungen) festgestellt hat, ist rasches und richtiges Reagieren gefragt. Es ist sofort mit der Herzdruckmassage und der Beatmung abwechselnd zu beginnen", so Schunder-Tatzber.

Sind zwei Helfer beim Patienten, so ruft einer die Rettung, der andere beginnt damit, die fehlende Atmung durch Herzdruckmassage und Beatmung zu ersetzen. Schunder-Tatzber: "Für die Herzdruckmassage wird der Patient auf eine harte Unterlage- am besten am Boden- gelegt. Der Helfer kniet seitlich von ihm und legt den Handballen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbes auf, ohne mit den Fingern den Brustkorb zu berühren. Der Handballen der anderen Hand wird darüber gelegt. Bei gestreckten Armen wird nun rhythmisch ein so starker Druck auf das Brustbein ausgeübt, dass dieses vier bis fünf Zentimeter niedergedrückt wird. Der Brustkorb muss dabei gleichmäßig be- und entlastet werden. Die Handballen dürfen dabei nicht abgehoben werden. Die Herzdruckmassage ist gleichmäßig in einer Frequenz mind. 100 Mal pro Minute durchzuführen. Es werden 30 Herzdruckmassagen durchgeführt, dann zwei Beatmungen und 30 Herzdruckmassagen usw."

Vorhandenen "Defi" immer anwenden!
Ist ein Defibrillator vorhanden, soll dieser eingeschaltet und die Anweisungen des Gerätes befolgt werden. Ist nur ein Helfer beim Patienten, so muss er, bevor er mit Herzdruckmassage und Beatmung beginnt, den Notruf absetzten und eventuell einen Defibrillator holen. Automatische und halbautomatische Geräte instruieren auch Laien genau, was zu tun ist. Der "Defi" stellt bei richtiger Applikation selbständig fest, ob ein Flimmern des Herzmuskels vorliegt und eine Defibrillation notwendig ist oder nicht.

Schunder-Tatzber: "Herzdruckmassage und Beatmung müssen solange gemacht werden bis wieder Atmung zu erkennen sind, ist dies nicht vorher der Fall, dann bis zum Eintreffen der Rettung."

Linktipp:
www.erstehilfe.at
Rotes Kreuz in Österreich