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Geleitwort von Reinhold Dörflinger, ÖBRD-Präsident

ÖBRD-Präsident Reinhold Dörflinger (links) mit Österreichs Bundespräsident Dr. Heinz Fischer bei einer gemeinsamen Bergtour im Dachsteingebiet. Bild: Gerald Lehner
ÖBRD-Präsident Reinhold Dörflinger (links) mit Österreichs Bundespräsident Dr. Heinz Fischer bei einer gemeinsamen Bergtour im Dachsteingebiet.

Ich freue mich sehr, dass wir Ihnen hier nun unser neues Online-Magazin präsentieren können. Wir haben großen Wert darauf gelegt, nicht nur unsere Fachleute und Strukturen darzustellen. Eine Website braucht dringend einen aktuellen Nachrichtenteil; und Sie werden hier feststellen, dass Sie mit bergrettung.at ein neues und sehr brauchbares Online-Medium zur Verfügung haben, das Sie umfassend und sehr aktuell informiert über Leben, Genießen, Arbeiten und Retten in den Bergen.

Für viele Auslandsösterreicher, in- und ausländische Gäste und andere Freunde in vielen Gegenden der Erde möge diese Website auch ein emotionales Bindeglied zu Österreich, seinen Menschen, Regionen und Bergen sein. Wir wollen hier nämlich nicht nur über Gefahren und traurige Dinge berichten. bergrettung.at soll auch einen Lebensstil kommunizieren.

Ohne Liebe zu Menschen und Bergen geht es nicht
„Der Zweck des Österreichischen Bergrettungsdienstes ist es, im unwegsamen, besonders im alpinen Gelände Verunglückten, Vermissten oder sonst in Not Geratenen zu helfen, sie zu versorgen, zu bergen und ihr Leben zu retten.“

So steht es in den Satzungen unserer ehrenamtlich und vereinsrechtlich organisierten Organisation, und wird der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD) auch alltäglich gelebt und verstanden. Unsere Aufgaben erstrecken sich jedoch weit darüber hinaus, um eben in noch weit mehr Situationen  den Menschen bestmögliche Hilfe zu bringen.

Die Motivation für die Bergretterinnen und Bergretter in ganz Österreich ist auch aus deren Liebe zu Menschen, Bergen und ihren Lebensräumen sowie besonderem Engagement für das Gemeinsame zu erklären. Wäre das nicht so, hätte ein System wie das unsere keine Chance. Denn manche Einsätze müssen auch unter Bedingungen bestritten werden, die unsere Kräfte massiven Gefahren bis hin zur Lebensgefahr aussetzen – trotz professioneller und bestmöglicher Vorbereitung sowie modernster Ausrüstung, die IMMER dem letzten Stand der Technik entspricht.

Bischof Stecher: „Hilfsbereitschaft ohne Muss und Gewinn“
Ziel ist es, Menschenleben mit allen zur Verfügung stehenden  Mitteln zu erhalten. Diese Vorgabe erfüllen unsere Frauen und Männer nicht nur in der eigenen Region, im eigenen Land sondern oft auch weltweit, wenn sie privat auf Reisen oder Expeditionen sind. Sie werden kaum eine Bergretterin oder einen Bergretter abseits von Städten oder Gemeinden treffen, die nicht das notwendige Minimum an lebensrettender Ausrüstung im Rucksack dabei haben. So gesehen sind Bergrettungsleute 24 Stunden am Tag, über sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr einsatzbereit; nicht selten auch bei Verkehrsunfällen und anderen Zwischenfällen, die nicht direkt in unser Aufgabengebiet fallen.

Der Österreichische Bergrettungsdienst ist gemeinnützig, seine Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet. Er ist unpolitisch, unabhängig und vor allem freiwillig. Wir fühlen uns den und dem Menschen generell verpflichtet, völlig unabhängig, welche Nationalität, Religion, Hautfarbe, politische Einstellung oder sonstige Prägungen und soziokulturelle Hintergründe sie haben. So gesehen fühlen wir uns der friedlichen Weltgemeinschaft aller Menschen sowie ähnlichen Einsatzkräften in allen Teilen der Erde sehr verbunden.

Der lange Jahre in Tirol tätige Bischof Dr. Reinhold Stecher sagte in einer Predigt: „Der Bergrettungsdienst repräsentiert in einer doch ziemlich  egoistischen Gesellschaft die Hilfsbereitschaft ohne Muss und Gewinn – und zwar im Sinn eines christlichen Ethos; ein Zeugnis der Menschlichkeit.“
                                                         
Mit herzlichen bergsteigerischen Grüßen,

Ihr Reinhold  Dörflinger
Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD), Klagenfurt im Frühling 2008

Bundespräsidium des ÖBRD