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Erfrierungen

Es muss nicht gleich eine Expedition oder Trekkingtour im Himalaya sein. Die sprichwörtliche rote Nase nach einem Winterspaziergang kennt fast jeder. Erfrierungen kann man sich im Winter überall holen, "bei hoher Luftfeuchtigkeit und Frost schon bei einer Temperatur von plus sechs Grad", erklärt Heinz-Peter Slatin, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes.

"Erfrierungen sind örtliche Gewebeschädigungen infolge einer durch Kälte, Nässe oder Wind verursachten Durchblutungsstörung. Durch die Kälte wird die Blutzufuhr in das betroffene Gewebe gedrosselt. Besonders gefährdet sind Körperstellen, die wenig Schutz durch Muskulatur und Gewebe haben, also Zehen, Finger, Wangen, Nase und Ohren, oder Körperstellen, die von zu enger Bekleidung - z.B. Schuhen - umgeben sind", sagt Slatin.

Typische Symptome
Zu erkennen sind Erfrierungen anfangs durch Gefühllosigkeit und Blässe. Danach sind "prickelnde" Schmerzen zu spüren, es kommt zu einer blauroten Verfärbung. Dies sind die typischen Merkmale einer oberflächlichen Erfrierung. Bei tiefergehenden Erfrierungen bilden sich Blasen, die Haut verfärbt sich weiß bis graublau. Die betroffenen Körperteile sind in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, bei Berührungen empfindungslos und schmerzen stark. Stirbt das Gewebe ab, drohen bleibende Schäden.

Kein Alkohol!
Bei starken Erfrierungen sind laut Slatin zunächst beengende Kleidungsstücke zu öffnen. Den betroffenen Körperteil mit einem keimfreien Verband abdecken. Warme, gezuckerte Getränke verabreichen, keinen Alkohol zu trinken geben; den Körper durch zusätzliche Kleidung oder Decken erwärmen, danach Arzt oder Krankenhaus aufsuchen. "Keinesfalls die erfrorenen Körperteile direkt erwärmen", warnt Slatin. "Diese dürfen auch nicht mit Schnee eingerieben oder frottiert werden. Man versucht, die Durchblutung im erfrorenen Körperteil durch das Aufwärmen des übrigen Körpers wieder zu normalisieren!"

Von vornherein verhindern!
Die beste Therapie gegen Erfrierungen ist die Prävention. Skifahrer, Tourengeher oder Bergsteiger sollten auf eine qualitativ hochwertige Ausrüstung setzen, z.B. Plastikschalen-Schuhe tragen oder zwei Paar Handschuhe übereinander anziehen. Spaziergänger, die sich eine rote Nase geholt haben, können einfach versuchen, sich irgendwo an einem warmen und gemütlichen Ort wieder aufzuwärmen.

Linktipp:
www.erstehilfe.at