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Tierbisse und Tollwut

In unseren Breiten selten geworden - in ganz Europa werden jährlich etwa 30 Fälle registriert - ist die Tollwut auch in Bergregionen Asiens oder Afrikas noch immer ein größeres Problem: "Bei Fernreisen sollte diese Gefahr nicht unterschätzt werden", warnt Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes: "Die für den Menschen tödliche Virusinfektion kann aber auch in Österreich auftreten."

Misstrauen bei sonderbarem Verhalten von Tieren
Die Krankheit wird durch den Speichel bei Bissen übertragen, zum Beispiel durch Füchse oder Dachse. Am häufigsten sind aber Hundebisse. Es können aber auch andere Haustiere, wie Katzen, zubeißen. Wildlebende Tiere gehen dem Menschen normalerweise aus dem Weg. Verhalten sich sonst scheue Tiere ungewöhnlich, sei Misstrauen angebracht, so Slatin: "Tollwutkranke Tiere können widernatürlich zutraulich sein, werden dann plötzlich bösartig und beißen unvermittelt zu." Körperkontakt sollte vermieden werden. Auch Kadaver bleiben infektiös.

Ohne Behandlung stirbt man
Beim Menschen verläuft die Tollwut in drei Stadien: Im ersten treten laut Slatin Fieber, Kopfschmerzen, Brennen, Jucken und Schmerzen im Bereich der Bißwunde auf. Im zweiten Stadium kommt es u.a. zu Angstgefühlen und Krämpfen der Schluckmuskulatur. Im dritten Stadium lassen die Krämpfe wieder nach, es treten fortschreitende Lähmungen auf, die schließlich zum Tod führen. Ohne Behandlung führt die Tollwut in allen Fällen zum Tod. Zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Tod liegen höchsten sieben Tage.

Wichtige Schritte
Nach einem Biss sollte die Wunde mit erträglich heißem Seifenwasser ausgewaschen werden. Slatin: "Die Viren sind hitze- und seifeempfindlich. Danach die Wunde mit einem Desinfektionsmittel versorgen und einen keimfreien Wundverband anlegen." Danach sollte der Patient auf schnellstem Wege zu einem Arzt oder ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Tetanus-Auffrischimpfung sei auf jeden Fall angebracht.

Vorbereitung von Reisen
Bei Reisen ins Ausland empfiehlt Slatin, sich zu informieren, welche Tiere in den bereisten Gebieten zu Tollwutträgern gehören: "Hunde oder Katzen sollten nicht gestreichelt werden. Auch ist es besser, den Kontakt mit Wildtieren, speziell mit Fledermäusen, Schakalen, Skunks, Waschbären, Mungos und gezähmten oder wilden Affen zu meiden." In bestimmten Fällen, etwa bei einer längeren Trekking-Tour in entlegenen Gebieten, sei eine Schutzimpfung möglich: "Im Fall eines Kontakts mit Tollwutviren wird dadurch aber nur die Anzahl der notwendigen Impfdosen nach der Infektion verringert."

Linktipp:
www.erstehilfe.at