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Fixtaubergung mit Bergesack (Bild: Markus Zott)

Fixtaubergung

Das Fixtau-Bergeverfahren ist das Standardverfahren in der Flugrettung. Dabei kann die Crew durch verschiedene Taulängen auf eine Gesamtlänge von 60 Meter kommen. Durch Zusammenhängen der verschiedenen Fixtaue kann diese Länge erreicht werden.

Diese Bergemethode wird eingesetzt, wenn eine Landung am Notfallort nicht möglich ist. Hierbei werden in aller Regel der Notarzt und der Flugretter mit dem Tau zum Notfallort gebracht (in Ausnahmenfällen, z. B. bei sehr schwierigem Gelände nur der Flugrettungssanitäter).

Dabei wird ein Fixtau in jeweils angepasster Länge an dem im Christophorus Flugrettungsverein entwickelten Doppelhakensystem verwendet, welches aufgrund der zweifachen Ausführung der Haken auch doppelte Sicherheit garantiert.

Am Notfallort wird der Patient erstversorgt und in den Bergesack mit Vakuummatratze gelegt. Gemeinsam mit dem Notarzt und dem Flugretter wird der Patient im Bergesack am Tau hängend zu einem geeigneten Zwischenlandeplatz geflogen. Dort wird der Patient gegebenenfalls weiter medizinisch versorgt, in den Notarzthubschrauber verladen und in das nächstgelegene geeignete Krankenhaus geflogen.

Am variablen Tau kann sich der Flugretter bis zu 80 Meter abseilen (Bild: ÖAMTC)

Variables Tau

Diese Bergeverfahren haben Flugretter des Christophorus Flugrettungsvereins entwickelt und international präsentiert. Bei den alpinen Christophorus-Stützpunkten wird es immer wieder erfolgreich eingesetzt.

Die variable Taubergung wird angewandt bei:

  • Schluchtgelände mit unklarer Taulänge
  • Steilfels
  • Steilem Waldgelände mit notwendiger Taulänge über 40m

Bei diesem Bergeverfahren steht die Bergung durch den Flugretter im Vordergrund, die Versorgung des Verunfallten durch den Notarzt wird dann erst am Zwischenlandeplatz durchgeführt.

Der Flugretter seilt sich mit Hilfe eines speziellen Abseilgerätes („Mammut DSD30“) vom 10-Meter-Tau aus bis zu 80m weiter bis zum Patienten ab und sichert diesen am Tau. Der Pilot hält den Hubschrauber während der gesamten Aktion in der gleichen Position, was einen enormen Sicherheitsvorteil bedeutet.

Bei der Kaperbergung hängt der Flugretter den Patienten an sein Seil und kappt danach das Kletterseil des Patienten (Bild: Joe Redolfi/CFV)

Kaperbergung

Die Kaperbergung ist eine spezielle Form der Taubergung und wird vom Flugretter durchgeführt. Dieses Prinzip wendet man an, wenn ein abgestürzter oder hilfebedürftiger Kletterer in der steilen Felswand noch am Seil hängt.

Der Flugretter wird hierbei mit dem (fixen oder variablen) Tau zum Verunfallten gebracht. Der Verunfallte wird an das Bergetau eingehängt, durch Anheben des Verunfallten wird sein Kletterseil entlastet und mit einer Kaperschere vom Flugretter gekappt. Nach Absetzen von Verunfalltem und Flugretter am Zwischenlandeplatz wird der Patient vom Notarzt versorgt.

Eine Kaperbergung stellt insofern eine Herausforderung für den Piloten dar, als der Hubschrauber für kurze Zeit über das Kletterseil des Verunfallten an den Berg gekettet ist und damit nicht beliebig manövrieren kann. Ein erfahrenes und gut eingespieltes Team ist hierbei also überlebenswichtig.

Bei der Seilbahnbergung gilt es so rasch wie möglich die Liftbenützer von den kalten Liftsessel bzw. aus den Gondeln zu holen (Bild: CFV)

Seilbahnbergung

Bei diesem Verfahren werden zunächst über die Leitstelle weitere Flugretter angefordert und gegebenenfalls abgeholt. Nach einer Besichtigung des Gondelmechanismus und der Sicherungsmöglichkeiten wird zunächst ein Flugretter auf einer Gondel/einem Sessel mittels Tau abgesetzt. Dieser wirft die Sportgeräte der zu bergenden Personen ab und bereitet sie auf die Bergung vor.

Während dies geschieht, wird bereits ein weiterer Flugretter zur nächsten Gondel geflogen, damit die Bergung der Passagiere so schnell wie möglich erfolgen kann. Das Seilbahnbergeset ist so konzipiert, dass aus Seilbahnsesseln oder Gondeln bis zu vier Personen gleichzeitig evakuiert werden können. Beim Abflug befinden sich dann neben dem Flugretter vier Geborgene an einem speziellen Gehänge.

Bei der Spaltenbergung wird das sogenannte Dreibein mittels Hubschrauber zum Notfallort geflogen und dort aufgebaut (Bild: Markus Amon/CFV)

(Gletscher-)Spaltenbergung

Die Spezialausrüstung besteht hierbei aus einem sog. "Dreibein" mit zwei Stahlseilwinden à 50 m Stahlseil und einem – mittels hochgebirgstauglichem Aggregat betriebenen – elektrischen Schremmhammer und wiegt insgesamt etwa 130kg. Das Dreibein wird über der Spalte aufgestellt und verankert und kann – bei sehr breiten Spalten von über fünf Metern – auch als „Zweibein“ in Auslegerform von einem Spaltenrand aus benutzt werden. Die zwei – durch einen Mann bedienbaren – Stahlseilwinden ermöglichen voneinander unabhängige Vertikalbewegungen von Retter und Gerettetem.

Die aufgrund der Enge vieler Spalten und des durch die Körperwärme ausgelösten Taueffektes oft nicht nur eingekeilten, sondern auch eingeeisten Opfer können bei Bedarf mit dem elektrischen Schremmhammer befreit und geborgen werden, bevor sie am Spaltenrand notärztlich versorgt werden.

Aufgrund der Aufwendigkeit dieser Bergemethode ist es auch hier notwendig, zusätzliche Bergretter an die Unfallstelle zu bringen.

Auch die Möglichkeit einer Direktbergung mit dem Hubschrauber ist möglich, allerdings müssen die Bedingungen optimal sein, d. h. die Spalte muss gross genug sein, die Wetterverhältnisse müssen stimmen, usw.