Am Limit
Die "Huberbuam" sind ein Begriff. Thomas und Alexander Huber zählen zu den weltbesten Extrem- und Alpinkletterern unserer Zeit. Oscar-Preisträger Pepe Danquart (1994 für den Film "Schwarzfahrer") ist mit den beiden Brüdern auf Tour ins Yosemite Valley und nach Patagonien gegangen. Die Kamera folgt den Kletterern in bisher nie gefilmte Höhen und begleitet sie bei dem Versuch, den Rekord im Speed-Klettern an der "Nose", der 1.000 Meter hohen Granitwand des "El Capitan" im Yosemite Nationalpark (Kalifornien/USA) zu brechen.
"Am Limit" zeigt atemberaubende, spannende Bilder an der Grenze des physisch und psychisch Machbaren. Der Film zeigt aber auch den inneren Kampf der beiden Brüder, die beide mit ihren Ecken und Kanten des öfteren aneinandergeraten, und deshalb auch immer wieder als Team zueinander finden müssen. Gerade bei der von Thomas geplanten Überquerung des Cerro Torre wird das Verhältnis der beiden Brüder auf eine schwierige Prüfung gestellt.
Ein Film wie "Am Limit" stellt auch besondere Herausforderungen an alle Beteiligten. Deshalb brauchte der Regisseur nicht nur visuelle Visionäre, sondern auch Extrembergsteiger. Und so war sein Anspruch an die Kameraleute vor dem ersten Drehtag klar: "Ihr müsst wenigstens im Schwierigkeitsgrad 9 klettern können und in der senkrechten Welt des El Capitan absolut zu Hause sein."
Die vier Kameraleute mussten an manchen Drehtagen zwischen acht und 12 Stunden am Felsen verbringen, der Sonne und den gefährlichen Windböen ausgesetzt, die sich im gigantischen Talwindsystem des Yosemite Valley bilden. Gefragt waren Kameraleute, die auch unter diesen Bedingungen Höchstleistungen vollbringen können, die mit all ihrem Equipment in solche Positionen klettern und sich selbst mit 600 Meter Luft unter sich noch wohl fühlen, die frei im Seil hängend nach den besten Kameraperspektiven suchen. "Die Leistung der Kameraleute ist nicht weniger hoch einzuschätzen als die Leistung der beiden Brüder, die sie gefilmt haben", so Pepe Danquart. Und er fügt an: "Die Realisation des Films war manchmal auf einer ähnlich kritischen Kante wie das Klettern selbst."
Auf diese Weise entstanden Aufnahmen, die es in dieser Form noch nicht zu sehen gab: Atemberaubende Einstellungen, bei denen wohl so manchem Kinogänger erst richtig bewusst wird, was es heißt, Höhenangst zu haben. Alexander Huber war, nachdem er die ersten Bilder des Films gesehen hatte, so begeistert, dass er meinte: "Das wird den Bergfilm revolutionieren."
Kritiken
"Die neue, leichte Videofilmtechnik kommt gerade recht, um dieser Kletterkunst hautnah zu folgen. Vergessen ist die Mystik des alten Bergfilms, der dank Arnold Fanck und Leni Riefenstahl in die Filmgeschichte einging. Nur das Drama ist geblieben, und am Anblick der in der Sonne glänzenden Körper der Bergsteiger, die kein aufkommender Sturm mehr überrascht, hätte die Olympiade-Filmerin gewiss ihre Freude gehabt. Der Übergang vom gesponserten Sport- zum Werbefilm ist fließend."
Hans-Jörg Rother/Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Langsam gleitet die Kamera auf die Kante des Plateaus zu, schwebt darüber hinaus und blickt in die horrende Leere eines tausend Meter tiefen Absturzes, einer gewaltigen Wand, die so glatt ist, dass nicht einmal Regenwasser sich in ihr fängt. ... Und Danquart ist so nah wie noch kein Dokumentarist vor ihm dabei. Das werde den Bergfilm "revolutionieren", schwärmt Alexander Huber, der mehr ist als nur das Porträt einer Obsession."
Kai Müller/Tagesspiegel
Regie
- Pepe Danquart
Drehbuch
- Pepe Danquart
Besetzung
- Thomas Huber
- Alexander Huber
- Dean S. Potter
- Chongo








