
- Aufnahmeüberprüfung mit Orientierungstest (Bild: Air Rescue College/Bernd Lang)

- "Trockentraining" für das Bergeverfahren "variables Tau" unter Beobachtung von Markus Amon und Joe Redolfi (Bild: Air Rescue College/Bernd Lang)

- Einweisung auf den Notarzthubschrauber des Typs Eurocopter EC 135 (Bild: Air Rescue College/Bernd Lang)

- Ground Operator Joe Redolfi (Bild: Markus Zott)
Qualität in der Flugrettung - Air Rescue College
Von Markus Zott/ÖBRD & Bernd Lang/CFV
Trotz der derzeitigen Diskussionen rund um die Kosten in der Flugrettung wird weiter an der Qualität und Verbesserung des Systems gearbeitet, ein Vorzeigemodell ist das Air Rescue College des Christophorus Flugrettungsvereines.
Was früher der jeweilige leitende Flugretter eines Stützpunktes übernommen hat, wird seit einigen Jahren zentral über ein Aufnahmeverfahren vom Ground Operator Joe Redolfi und seinem Team rund um Markus Amon und Ernst Höfler geleitet. Flugretter sind heutzutage nicht nur für komplizierte Bergungen und als Assistenten des Notarztes tätig, sondern übernehmen auch fliegerische Tätigkeiten als Navigator, der Fachbegriff heisst HEMS Crew Member, "HEMS" (englisch für "Helicopter Emergency Medical Service") bedeutet frei übersetzt "Notarzthubschrauber", der Begriff "Crew Member" steht für Besatzungsmitglied. Deshalb zählt der Flugretter bzw. HEMS Crew Member (HCM) auch nicht zum medizinischen Personal, wie etwa der Notarzt, sondern zur fliegerischen Besatzung und unterstützt den Piloten bei Navigation, Flugvorbereitung, etc.
Bevor diese Tätigkeiten wahrgenommen werden können, bedarf es einer Reihe von Voraussetzungen, zusätzlich werden diese in einem speziellen Aufnahmeverfahren überprüft. So muss der Anwärter, bevor er zur Aufnahmeprüfung schreitet, bereits folgende Voraussetzungen und Ausbildungen mitbringen:
Abgeschlossene Notfallsanitäter-Ausbildung und gültige Rezertifizierung
Gültige Ausbildung für die Herz-Lungen-Wiederbelebung einschließlich der Defibrillation mit halbautomatischen Geräten
Abgeschlossene Bergrettungs-Ausbildung oder Bergführerausbildung oder abgeschlossene CFV Alpinausbildung und Teilnahme am Abschlusskurs des CFV (stützpunktspezifisch)
Uneingeschränkte körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit für den Flugrettungsdienst (z.B.: BMI < 28)
Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, und der Anwärter zur Aufnahme zugelassen wurde, erfolgt die mehrtägige Überprüfung durch Mitglieder des Ausbildungsteams des Christophorus Flugrettungsvereines. Hier wird nicht nur auf die Alpintechnik geschaut, sondern auch auf Teamfähigkeit und Orientierungssinn geachtet. Hat der Kandidat auch die Aufnahmeprüfung positiv absolviert, ist er Mitglied des Christophorus Flugrettungsvereines und wird in den nächsten Monaten zum HEMS Crew Member ausgebildet.
Der erste Schritt dazu, ist das Kennenlernen des Christophorus Flugrettungssystems, das in einem zentral organisierten Grundkurs stattfindet. In diesem Grundkurs gibt es eine praktische und theoretische Einführung im Ausmaß von 2 Tagen.
Zusätzlich muss der Anwärter 20 Supervisionsflüge unter Einsatzbedingungen als 4. Crewmitglied absolvieren, d.h. der Anwärter führt unter einem erfahrenen HCM erste Einsätze durch.
Weiters wird der Anwärter auf die jeweiligen besonderen Gegebenheiten des Stützpunktes durch das Stützpunktgremium (Stützpunktleiter, leitender Flugrettungsarzt, leitender Flugretter) hingewiesen und eingeführt.
In weiteren Modulen wird dann der sogenannnte "Bergespezialist" ausgebildet. Je nach Stützpunkt muss dieser diverse Module absolvieren. Für Alpinstützpunkte müssen bspw. alle Bergeverfahren erlernt werden. Zusätzlich gibt es Module für Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, bspw. bei Waldbrandbekämpfung, oder ein Modul für Lawinensprengung.
Innerhalb des ersten Jahres ist ein Crew Ressource Management (CRM) Training verpflichtend, dieses geht über 3 Tage und beinhaltet vor allem Führungsverhalten, Kommunikation und Entscheidungsfindung.
Sind diese Ausbildungen positiv absolviert worden, steht dem aktiven Dienst als HCM im Christophorus Flugrettungsverein nichts mehr im Weg.









